Autsch!  Aua!  Autsch! 

16.12.2018 Werder – Mainz

Hallo. 

Es stand ein weiteres Heimspiel an. Gegen Mainz 05. Schon beim Betreten unseres „Wohnzimmers“ lag irgendwie eine bleierne Stimmung über dem Weserstadion. Ob die Anhängerschaft ahnte was da noch alles kommt?

Die ersten Ahs und Ohs vernahm man, als durch das notorisch unterversorgte Mobilfunknetz im Bereich Osterdeich, die ersten Infos über die Mannschaftsaufstellung des geliebten Heimatvereins eintrudelten. 

„Nee nech“? Kruse verletzt, Juno verletzt. Und von Fin wussten wir ja schon das es wahrscheinlich Sommer wird, eh es wieder bei ihm um Fussball gehen kann.

Wer die Augen aufgemacht hat, der konnte das ja schon beim warmmachen der Spieler sehen, jedenfalls sollte das dann kompensiert werden durch Belfodil und die Hereinnahme von Flo Kainz.

Durch diese Aufstellung sah ich mich gezwungen meinen Wünscheplan von Sieg auf Unentschieden zu justieren. Du liebe Zeit, wie soll das nur gehen? Ich habe mich dabei ertappt, wie ich teils beleidigt, teils Sarkastisch tiefstapelnd immer tiefer in meine grüne Sitzschale rutschte.

Zur Halbzeit musste ich mich erstmal bei mir selbst entschuldigen, für meine trüben Gedanken und meinen bissigen Spott in Richtung Ishak Belfodil. Das war gar nicht mal so schlecht. Bälle abschirmen und behaupten konnte er ja schon immer, das er aber auch richtig unbequem spielen kann war mir bis dahin neu. Zudem ein Tor zum 2:0 erzielt. Das war gut. Hut ab und Asche auf mein Haupt, wohlwissend das ich mich irgendwann wieder emotional geladen und bitterböse über ihn beschweren darf, man hat ja schließlich bezahlt. 😉 

Um es auf den Punkt zu bringen, ich mag diese Art Spieler nicht, er wird es verschmerzen können. Er wird mein Klischeedenken ganz sicher wieder in die richtigen Bahnen lenken. 

Bargis Tor zum 1:0 und seine Dynamik an diesem Tag war fast schon bestechend. Insbesondere dieses frühe Tor, wo er wie weiland „Loddar“  gegen Jugoslawien bei der WM Vorrunde in Italien, in Richtung Strafraum den offenen Raum erkannte, war für mich ein echter Hingucker. Das wollte er genau so haben und machen. 

Auch im weiteren Spielverlauf muss er einiges richtig gemacht haben, denn nach seiner Auswechslung in der zweiten Halbzeit machte sich Werder wieder thematisch in die Richtung auf, wofür wir diesen Verein so „lieben“. Ehrliche Aufbauarbeit für den Gegner. 

Von einem Bruch im Spiel möchte ich nicht sprechen, den gab es zudem schon nach dem 1:0 in der ersten Halbzeit, wo sich Werder erstmal unerklärlich wie so oft, zurückzog. Kann auch sein das Mainz mehr investierte, spielt aber angesichts der finalen Ereignisse keine große Rolle. 

Nö, diese Auswechslung machte noch mehr mit uns, ich hatte den Eindruck das die Mannschaft plötzlich unsicherer agierte. Es gelang auch nicht mehr ganz so viel in Richtung 05er Tor.

Folgerichtig fiel dann auch der 2:1 Anschluß für die Mainzer. Uff. Ok.

Jetzt das Ding nach Hause schaukeln, die Weserstadionsingers begannen unterdessen, sich langsam in Dreipunkte Stimmung zu trällern. Und in der Nachspielzeit passiert das, was ich abgrundtief hasse. Ausgleich. 

Nicht der Ausgleich als solches, sondern diese hilflose und unglaubliche schlagartige Stille im halbrunden Eck des Weserstadions. Alter, seh ich das richtig, bin ich jetzt echt dabei? Echter Schmerz. 

Ich erinnere mich noch, wie ich mir auf der Rückfahrt immer wieder sagte, du wolltest doch ein Unentschieden mit dieser Aufstellung, da hast du es. 

Ohrfeige!  Autsch!  Aua!  Autsch! 

Motto des Tages:

Immer den Schnitzel Teller aufessen. 

Euer Markus 

Warm zittern, und Verschwörung wittern. 

Moin.

Ich möchte mich noch einmal mit dem Spiel vom 02.12.2017 auseinandersetzen, der Gegner war der VfB Stuttgart.

Sicherlich eine lösbare, und dennoch undankbare Aufgabe. Ich mag es ehrlich gesagt gar nicht gegen Aufsteiger zu spielen. Die kommen immer so selbstverständlich daher, ein Wesenszug den ich meinem Lieblingsverein gerne wieder andichten würde. Aber in Wahrheit ist Werder Bremen immer irgendwie ein Club zwischen Genie und Wahnsinn. Manchmal der Club, manchmal die Fans. 

Mir sei aber vorher noch ein kurzer Ausflug in meine ureigenste Gefühlswelt gestattet. Ich bin mit dem Thema Nouri und Co. noch nicht ganz durch. 

Ja, ich glaube Werder ist mal wieder da, und ich kann mir gar nicht erklären warum. Es will mir partout nicht in den Kopf, wieso es plötzlich wieder nach Fußball aussieht. Ein Trainer steht ja für irgendeine Idee, etwas das ihn antreibt, er übernimmt ja nicht eine Mannschaft und sagt sich:“So Freunde, jetzt wollen wir mal verlieren, meine Abfindung ist gesichert“ 

Es liegt doch in der Natur des Menschen sich verbessern zu wollen, etwas zu erreichen. Die Spieler müssen sich die Frage gefallen lassen, wieso sie jetzt wieder das tun, wofür sie nicht nur bezahlt werden, sondern auch ihr ganzes Engagement investieren müssten/dürfen. Na gut, könnten. 

Für mich ist und bleibt diese Vorgehensweise eine echt linke Nummer der „Mitarbeiter“,  und ich ertappe mich dabei zu überlegen, welcher Spieler wohl das Heft in die Hand genommen haben könnte, um dem Trainer zu schaden. Bewundere ich da annähernd fast jedes Wochenende einen solchen Spieler, den ich am Ende sogar mag?

Dieser naive und hypothetische Ausflug sei mir gestattet, ich kann und werde mich mit den markteigenen Gesetzen nicht arrangieren. Ich werfe die Frage in den Raum, wieso sollte ich? 

Zurück zur Mannschaft die wieder Fussball spielt, wenn auch noch etwas anfällig oder meinetwegen fragil, aber sie spielt. 

Florian Kohfeldt scheint sich auf eine Stammformation eingeschossen zu haben. Und man sah es deutlich, es sah sehr griffig aus was dort in der ersten Halbzeit in Richtung VfB Tor unterwegs war. Werder versuchte das Tempo hoch zu halten, jedoch fehlte hier und da noch die Genauigkeit. Lediglich das Salz in der Torsuppe fehlte deswegen etwas, es darf aber nicht unerwähnt bleiben das Stuttgart durch einige Bremer Unzulänglichkeiten auch zu Chancen kam. Nicht ganz schuldlos, der dennoch sehr starke Pavlenka, zumindest auf der Linie und in eins gegen eins Situationen, jedoch nicht bei Abstössen und in der Spieleröffnung. 

Ab der 30.Minute kam es mir so vor das Werder zunehmend der Mut verließ, und die Aktionen waren nur noch halbherzig. 

Zu diesem Zeitpunkt neutralisierte man sich gegenseitig und die Aktionen waren etwas Vogelwild. Es musste also ein Witzfreistosspfiff her und eine schnelle Ausführung, das war hier auch für den sicher stehenden Badstuber dann etwas zu schnell, was Kruse mit dem Ball da machte. 1:0 zur Halbzeit, gut. 

Die zweite Halbzeit spielte Werder angesichts der Führung in die Karten, mussten die Stuttgarter doch mit zunehmender Restspieldauer immer höher pressen um noch etwas zählbares mitzunehmen. Das Spiel ging jetzt rauf und runter, und kurz nach der Halbzeit fiel auch das herbeigesehnte 2:0, leider Abseits. Also weiter warmzittern. 

Einige unnötige Ballverluste vorm Strafraum trugen auch dazu bei, insbesondere ein schrecklicher Ballverlust von Bartels hätte fast zum Ausgleich geführt, der durch Pavlenka in gewohnter, auf-der-Linie-bezwingt-mich-selten-einer-Art, abgewehrt wurde. 

Die letzten fünfzehn Minuten kam dann noch der Kollege Lamine S. Ich vermute das war so etwas wie eine Fünferabwehrreihe, ich lege mich jetzt mal fest, geht nicht. Der arme Sane rudert wie ein Hubschrauber mit den Armen und verursachte so manche ungeschickte Situation die den Ausgleich nahe erscheinen ließ. Ich vermute fast, wir sehen ihn nicht mehr so oft. 

Am Ende kam noch ein toller Kopfball von Badstuber, der glücklicherweise sein Ziel verfehlte und Werder wackelte das Ding nach Hause. Trotz vier Minuten Nachspielzeit. 

Fazit: Luft nach oben, meinetwegen auch warme, es war nämlich saukalt.

Euer Markus