Lang her oder Herr Lange!  

Moin

In loser Folge möchte ich immer mal rückblickend auf Dinge schauen, die früher ganz anders waren, und Dinge die sich hoffentlich nie ändern. Ich bewege mich thematisch im Zeitraum 1978-1985.

Das derzeitige hat ja gerade Winterpause. Früher, als Buttjer, kam einem die Winterpause gar nicht so arg lang vor. 

Nach der Schule sind wir mit dem Fahrrad, wer eines hatte, gleich zum Weserstadion gefahren um den Profis bei der Vorbereitung zuzusehen, als Gesamtschüler hatte man da gewisse Vorteile, gab es doch keine Hausaufgaben, der geneigte Leser wird es an meinen Grammatikkentnissen ablesen, aber das bitte ich zu entschuldigen. 

Weiter zur Sache 😉 

Heute unvorstellbar wie dicht wir an der Sache dran waren, es gab kaum Dinge die uns damals daran hindern konnten, unsere Helden zu bewundern. Auch meine ich mich zu erinnern, das es so gut wie keine Kamerateams und sonstige Medienvertreter gab, jedenfalls nicht wie heute. Und sollte mal doch ein Radio Bremen Kamerateam da gewesen sein, so kamen wir uns direkt ein wenig wichtig vor, und stolperten so gut es eben ging, wie zufällig durchs Bild. Natürlich anschließend gleich den Interviewer gefragt, wann und wo es gesendet wird, und mit etwas Glück sah man sich dann im Fernsehen. Das war wichtig, wichtig war es auch, den Schulkameraden den möglichen Auftritt stolz anzukündigen. War man nicht dabei, war man natürlich der Depp. Der sportliche Ehrgeiz hinter dieser Aktion war dennoch enorm. Vielen Kamerateams haben wir aber dadurch nicht die Arbeit erschwert, wie schon angemerkt, das Aufkommen war ein anderes.

Heute sieht man mich sehr selten bei einem Werder Training, schlicht und einfach ist das aus beruflichen Gründen nicht möglich, ich schaue mir dann lieber das Ergebnis der sportlichen Übungen dann im Wettkampf an. Ich werde aber sicher mal wieder auftauchen. 

Apropos Wettkampf, es ist schon fast albern, wie leicht es war an Karten für das nächste Werderspiel zu kommen. Fast jeder Tabakwarenladen hatte ein Vorverkaufsschildchen an der Ladentür, und die von der Molkerei Bremerland verzierten Spielplakate waren ein beliebtes Sammlerobjekt. Ich kam immer recht gut an die Dinger ran, hatte unser Tabakladenmann Herr Lange immer eines für mich, wenn ich mal wieder Mudders Zigaretten besorgen durfte. Natürlich niemals ohne das Thema Werder, fast schon ein muss.

Ich habe oft darüber nachgedacht wie man damals Werder Fan wurde, aber wenn du in einem solchen Kleinod wie Bremen aufwächst, kannst du dich dem Thema kaum entziehen. Es verbindet die Menschen, beim Bäcker, im Supermarkt, in der Schule, am Esstisch mit der Familie, mit Freunden. Man kann es immer so weiter führen. Werder ist wirklich wichtig, und das ist keine Floskel. Selbst nicht so Fußballaffine Bewohner fragen wie Werder gespielt hat, es verrät viel über den Stellenwert und Wichtigkeit dieses Vereins. 100% eben. 100% für die Menschen. 100% Kitt für die Gesellschaft. 100% miteinander. 100% für den anderen da sein. Das ist nicht Ligaabhängig!! Es ist eine Verantwortung. Ein Lebensgefühl. Eine Haltung. Ein Wert. 

So hoch konnte Werder auch gar nicht verlieren, ich erinnere kurz an das 2:9 im Frankfurter Waldstadion, als das man auch nur einen Moment über Liebesentzug nachdenken würde. Stolz hielt man sein Pappticket für das nächste Spiel in den Händen, fürn Appel undn Ei. Meine erste Dauerkarte habe ich mir übrigens einfach gekauft, ich bin einfach zur Werder Geschäftsstelle gefahren und habe mir diese Karte gekauft. Weil ich es wollte, und es gab keine Wartezeit. Geld gegen Karte, nur falls es der Nummer 2.356 auf der derzeitigen Dauerkarten Warteliste etwas befremdlich vorkommen sollte. 

Motto des Tages

Früher war, fast alles leichter, und ich war schon lange nicht mehr bei Buten un Binnen zu sehen. 

Euer Markus

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