TSG Hopenhome vs. Krabbeldiwandnuff

Ach schau, nach einer ausgiebigen Winterpause würde es endlich Sommer sein im Weserstadion, wir hockten in unseren kurzen Werderleibchen auf dem nach Sonnencreme duftenden Osterdeich und tranken herrlich erfrischendes Bier. In großer Vorfreude auf das Spiel gegen Hoffenheim.
Oh wait! Moment mal!
Also es ist Januar, und die kurze Winterpause zwang uns dazu, die Fußballwelt mit ihrer herrlichen Terminplanung lobzupreisen. Vereinsfußball wird eigentlich immer zur Unzeit gespielt, es sei denn es ist mal wieder die, alle vier-Jahre-Zeit angebrochen, und dicke Herren mit ihren dicken Geldbörsen feiern ihre Weltmeisterschaft. Ich finde es eigentlich immer mehr zum Kotzen, wahrscheinlich gehe ich aus diesem Grunde erst recht zum „Bodensatz“ Bundesliga, und friere mir den Arsch eckig. Aber es ist ja sowieso viel mehr als nur zu Werder zu gehen, es geht auch um die guten Gespräche, um die Menschen die das gleiche „Schicksal“ teilen.

Nun denn, am 13.01.2018 im Weserstadion, ging es zum letzten und dritten Mal in dieser Saison gegen die „geliebte“ TSG Hoffenheim. Ich erinnere kurz an das DFB Pokalspiel, bei dem sich die Hoffenheimer über ein nicht spielendes Werder beklagten. Dieses Spiel stand jedoch unter ganz anderen Vorzeichen, denn Werder kam mit einem anderen Trainer, und zudem mit einer anderen Ausrichtung, und demzufolge mit einer anderen Brustbreite auf den Platz. In der ersten Hälfte der ersten Hälfte war Werder sichtlich bemüht Ballbesitz zu generieren und damit Torchancen. Dies gelang in der zweiten Hälfte der ersten Hälfte etwas besser, ging jedoch zu Lasten der etwas lahmen Defensive, die ein ums andere mal düpiert wurden, so das unsere Sechser ordentlich mitackern durften, wenn sie nicht zufällig durch die Hoffenheimer mit langem Hafer überspielt wurden, und so komplett aus dem Spiel waren. Die Rolle von Gnabry war wohl überall zu sein, am gefährlichsten wurde es aber wenn er über Werders rechte Seite reinkam.

Wir machten uns schon bereit für die lange und kalte Halbzeitpause, als ich zu meinem Nebenmann sagte, es wäre schön wenn wir wenigstens mit einem 0:0 in die Pause gehen, wie bei mir üblich schaue ich die Leute an wenn ich mit ihnen rede, und währenddessen machte sich bei meinem gegenüber aus dem zustimmenden Blick ein ungläubiger breit. Hm, da muss was passiert sein, am Jubellärm der zweiundfuffzich Hoffenheimer konnte man nur bedingt ablesen was gerade passiert ist. Die Videowalls im Weserstadion waren nicht so barmherzig.

Nun gut, wenn man ehrlich ist, dann hat sich der Rückstand auch irgendwie angekündigt, auch wegen Serge Gnabry, der die Flanke zum Rückstand auf den Kopf von Hübner ablegte. Blöde Sache dies, aber es kommt ja noch eine erste Hälfte der zweiten Hälfte und eine zweite der Zwoten, zumindest so wie ich Werder erwarte. Es wurde dann eine ganze zweite Hälfte die sich wieder nach Werder Bremen anfühlte. Systemtechnisch konnte ich soweit keine Veränderung ausmachen, jedoch stand Werder den Hoffenheimern intensiver auf den Füßen rum, und nervte deutlich höher, das wurde noch besser als Jerome Gondorf in seinem „Kainzi Look“ eingewechselt wurde. Das Bremer Spiel hatte jetzt deutlich mehr substanzielle Tiefe was wiederum gut aussah, und plötzlich hatte der echte Kainz auch bessere Szenen auf seiner Seite, man sah gerade ihm an das er sich viel vorgenommen hatte, jedoch wurde er leider Opfer einer spröden ersten Hälfte und einer seltsamen Ungenauigkeit in seinem tun.

Es ist wirklich wahr, aber vor dem Ausgleich sagte ich zu meinem Nebenmann, jetzt hilft nur ein Kacktor. Das war auch etwas seltsam wie Theo Fußballgott den Ball unter die Latte stocherte, feiner Jubel im Weserstadion. In der Folge entwickelte sich ein Spiel in dem beide Mannschaften drei Punkte wollten. Es kam noch eine Riesenparade von Jiri Pavlenka nach einer guten Stunde und noch einige sehr gute Chancen auf beiden Seiten. Ich dachte so bei mir, jetzt muss man sich doch mal per Körpersprache zufrieden geben mit dem Unentschieden. Das geschah jedoch nicht, hier kommen wohl zwei junge Fußballtrainer zusammen, die aus der gleichen Fußballschule entsprungen sind. Gut für uns. Gut für die Nationalmannschaften mit den dicken Herren und den dicken Geldbörsen und „ihrer“ WM.

Für Werder bleibt festzuhalten. Offensiv und aggressiv mit ungeahnten Wechselspielchen in den Positionen, was auch zeigt, man muss nicht immer großartig die taktische Ausrichtung wechseln, man muss nur seinen Job erledigen. Darauf kann man wirklich aufbauen. Diese Mannschaft steigt so nicht ab, wenn man die zweite Hälfte zugrunde legt.

Abpfiff.

Ich wollte schnell weg, einerseits war mir echt kalt und ich brauchte Bewegung, andererseits hat mein Fitnesstracker noch nicht sein übliches -10.000 Schritte sollst du tun Feuerwerk- zelebriert. Da kam es mir recht gelegen mich mit ein paar netten Leuten im Eisen zu treffen. Und es wurde noch ein richtig hübscher Abend mit Eisentaufe und inkludierter Schnappatmung, und mit Newbies die sie zu bestehen hatten. Krabbeldiwandnuff ist zu verköstigen um diese Taufe zu bestehen. Ich tippe auf Escorial mit evtl. Sambuca und anderem Gezeuchs. Ansonsten jage ich das Zeuchs vielleicht mal durch einen Gaschromatographen. Ich durfte dank Katja dieses mal darauf verzichten, weil der Plan war diesen Abend mit Führerschein und einem heilen Fahrzeug zu überstehen. Der dann auch gelungen ist, ich befürchte aber das ich das mit der Taufe nachholen darf/muss, da bin ich mir ziemlich sicher. Aber eigentlich bitte ich insgeheim sogar darum, weil es der perfekte Abschluss war, mit unaufgeregten und lieben Menschen den Spieltag ausklingen zu lassen. Wie Eingangs erwähnt entwickelten sich gute Gespräche, wie man sie eben nur mit Schicksalsverwandten haben kann. Spannend auch zu sehen das man plötzlich Leute trifft, die man über zehn Jahre nicht gesehen hat. Die Erkenntnis das die Klamotten nach einem solchen Besuch wie die Location riecht, durfte meine Nase mir erst am nächsten Tag mitteilen. Das war schon ein echtes déjà vu Erlebnis. Was sonst noch bleibt, mit zunehmenden Alkoholgenuss wird aus einer Staropramen Bestellung eine Stroboskop Bestellung, es beherrscht halt nicht jeder Tschechische Namen.

Motto des Tages

eine Danksagung in Alphabetischer Reihenfolge

@exklusivist @Krischan1887 @peakette @puschi22

Euer Markus

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