Das Weserstadion, gestern, heute, morgen und vielleicht übermorgen. (Teil1)

Moin!

In meiner losen Folge von Rückblicken auf Vergangenes, möchte ich mich heute mit dem Weserstadion beschäftigen, beginnend mit der Zeit wo ich das erste mal im Stadion war.

Wenn man bedenkt wie sich „mein“ Wohnzimmer verändert hat, es ist fast unglaublich wie es sich von einer Leichtathletik Arena zu einem Fussballstadion gewandelt hat.

Doch beginnen wir aus meiner „erlebenszeit“ von vorne. Als ich 1978 zu meinem ersten Bundesligaspiel ins Weserstadion ging, da hatte ich Glück einen Stehplatz auf der nagelneuen Nordtribüne zu ergattern. Ja ok, ergattern ist jetzt in diesem Fall auch nicht ganz richtig, man drückte dem kleinen Markus die Karte in die Hand. Ich meine mich zu erinnern, dass in der Bundesliga bei normalen Spielen eh nur ca. 12.000-15.000 Zuschauer im Stadion waren, wenn überhaupt. Also erwies sich der Kartenkauf nicht als große Hürde. Meines Wissens war es ein Spiel gegen Kaiserslautern, und Werder gewann das turbulente Spiel mit 5:3. Ich schaue nochmal im Zeiglers Almanach nach, tut aber auch nichts zur Sache. Mich hat damals auch beeindruckt das es zwischen Fans eine Freundschaft gibt. Fand ich imponierend, wahrscheinlich hat mich das nachhaltig und massiv im Fansein beeinflusst, abgesehen davon dass man als Bremer Buttjer sowieso indoktriniert wird, oder man wird HSV Fan. 😉Schönen Gruß nach OHZ. 😉

Wie dem auch sei, ich fand mich auf dem Stehplatz der Nordgeraden wieder, die vor lauter frischen Betonstufen in der Sonne strahlte. Nicht minder strahlten die Orange/Roten nagelneuen Sitzbänke. Durchgehende Sitzbänke unterbrochen, natürlich nur durch die Mundlöcher. Wem es seltsam vorkommen mag, der unterste Rang vor den Sitzplätzen kam als Stehplatz daher, auch irgendwie schön für eine Gegengerade. Der Sitzbereich im unteren sowie im oberen Bereich der Nord, war von den Sitzreihen her in etwa gleich bestückt. Also ordentlich Stehplätze da unten, zusammen mit den Ost/West Stehrängen ein ordentliches Überangebot. Die Ost, sowie die Westkurve waren als durchgehende Zweirangtribünen ausgelegt, die etwa auf der Hälfte einen breiten Durchgang boten, wenn man wollte, dann konnte man einmal von der Nord zur Südseite wandern. Ist aber jetzt nichts besonderes, geht heute auch, nur eben außerhalb der Ränge, quasi im Gastrobereich.

Apropos Südseite, die Südtribüne war schon damals die Haupttribüne, im Volksmund auch „Kuchenblock“ genannt. Hier saßen zumeist die, die nicht mehr anders konnten als Sitzen, und sie sind auch sonst sitzengeblieben. Auf jeden Fall waren es die teuersten Plätze im Weserstadion, und zum beschriebenen Zeitpunkt auch die unbequemsten, weil Holzbankähnlich. Baulich gesehen war sie eine durchgängige, schnurgerade Sitzplatztribüne die von Tor zu Tor reichte. Der Charme war irgendwas von vor 1950. Ein Traum.

Dennoch war das Weserstadion für damalige Verhältnisse, mit einer stattlichen Auslastungsgrenze von ca. 40.000 ganz gut im Rennen der Bundesligastadien. Im Laufe der Jahre sollte sich das ändern, kamen durch Neubauten doch eine Menge Sitzplätze hinzu, dadurch sank die Kapazität peu à peu im Stadion. Jedoch stieg die Aufenthaltsqualität, schon weil die Atmosphäre durch Überdachungen auch enger wurde, trotz der immer noch vorhandenen Leichtathletikbahn.

Nicht unerwähnt möchte ich unsere Flutlichmasten wissen, die es in dieser Form kein zweites mal in Deutschland gibt, irgendwie ein Wahrzeichen unserer Heimat. Bleibt zudem noch anzumerken, es war mal die modernste Flutlichtanlage Europas, aber das ist mit neuen Dingen ja immer irgendwie so. Aber beeindruckend allemal.

Dann kamen die erfolgreichen 2000er Jahre, und es passierte eine Menge rund um das Stadion, dies möchte ich in einer späteren Folge aufgreifen. Euer Markus

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