Der Hamburger Sportverein und Christian Titz

Heute mal was ganz anderes. Ich riskiere mal etwas über den Gartenzaun zu blicken und merke gerade jetzt, dass mir nicht sonderlich viel dazu einfällt, ausser vielleicht so manches Spiel, wo mal der eine, mal der andere das bessere Ende hatte.

Ich weiß nicht wie es euch geht wenn ihr etwas vom HSV lest oder hört. Ich steige bei den ganzen Postenschiebereien und Positionsbeziehern nicht mehr durch. Ich weiß nicht einmal mehr wer dort, wirklich etwas zu sagen hat. Ich meine so als Chef. Als jemand der die Richtung vorgibt.

Nach den BL Partien ist Twitter normalerweise voll von Reaktionen der Fans. Nun hat am Freitag der HSV, mit neuem Trainer, gegen Magdeburg mit 1:0 gewonnen. Doch bei Twitter war so gut wie nix zu lesen, der Schock nach der Trainer Entlassung durch Christian Titz war wohl einfach zu viel für die Fans.

Für mich war Christian Titz absolut der richtigste an der Stelle. Doch geht die Geschichte für mich eigentlich schon am letzten Spieltag los. Der HSV spielte bekannterweise gegen die Borussen aus Mönchengladbach und stieg aus der 1.Bundesliga ab. Viel wichtiger ist jedoch, hier steht eine Stadt dahinter. Menschen die für sich beschlossen haben, hier geht eine Tür zu, aber dort geht eine andere auf. Man sah es als Chance den HSV wieder auf die Beine zu stellen. Sie haben den HSV angefeuert, sie haben gesungen, sie haben die Rauchtopfdioten aus dem Stadion herausgebrüllt, gepfiffen und dann geworfen. Hier hat eine ganze Stadt ihren Verein abgeholt und die Botschaft gesandt:“Kommt Jungs, da kommen wir jetzt gemeinsam heraus“. Ein prima Boden für Zusammenhalt und eine tolle Chance negatives hinter sich zu lassen. Ich persönlich war wirklich bewegt. Christian Titz war für mich ein neues Gesicht der dieses verkörperte. Kein Schnacker, einer der sagte wie es ist, und nicht was die schwierige Presse gerne hören wollte. Und alleine was er in der kurzen Zeit die er hatte alles bewegt hat, ist die eigentliche Sensation. Klar war der Abstieg die logischste aller Konsequenzen, aber das war nicht sein Ding, hier wurden sicher viel früher Fehler gemacht.

Und dann?

Christian Titz wurde entlassen. Ich musste es wirklich viermal lesen.

Der HSV gehört zur Spitzengruppe der zweiten Liga. Das muss man sich einmal vorstellen. Der Mann, der es schaffte nach Jahren der Postenwechseleien und des sportlichen Abstiegs eine Art Wir-Gefühl zurückzubringen, wohlgemerkt als Trainer, was bei weitem nicht seine Kernaufgabe ist, der durfte jetzt gehen? Hanebüchen.

Nun darf ein neuer Trainer sein Glück versuchen, alles Gute dem Herrn Wolf. Wahrscheinlich gelingt ihm sogar der Aufstieg, dann haben wir endlich wieder ein echtes Nordderby.

Es muss ja weitergehen Modus, ich befürchte jedoch, der HSV hat mit dieser Vorgehensweise ein stückweit Fans wirklich verloren. Vor allem solche, die im Volkspark den Neuanfang wagten, genau wie der Herr Titz.

Das sind so meine Gedanken dazu, so als Fussball Anhänger, der ein ziemlich untrügliches Gefühl in sich trägt, möglicherweise weit ab von allen so tollen und sachlichen Diskussionen. Das Risiko trage ich.

Bleibt frisch und munter.

Euer Markus