Couragiert unmutig

Ich lag wohl richtig, mit der Entscheidung zu warten, bis ich etwas zum Spiel gegen Bayern München zum besten gebe. Nicht dass ich besonders sauer war nach der 1:2 Niederlage, finde ich doch Partien gegen Bayern eigentlich entspannend, kannst du doch nur gut aussehen. Wer das Spiel jedoch in voller Schönheit bewundern konnte, der wird feststellen das mehr drin war als das Ergebnis hergibt. Und so war ich eher enttäuscht.

Mitunter konnte man sehen das bei den Bayern längst noch nicht alles zum besten bestellt ist. Insbesondere deren Abwehr wirkt zwischendurch recht hölzern. Und zwar immer dann, wenn man auf Pressing ging, dann konnte man z.B. Jerome Boateng ordentlich in Bedrängnis bringen. Dies gelang in der ersten Halbzeit mehr wie in der zweiten Halbzeit.

In einem Radiointerview nach dem Spiel mit Florian Kohfeldt, stellte der Reporter zu recht fest, das ihm persönlich die Wucht im Werderspiel fehlte. Da hat er ausgesprochen was wohl die meisten im Stadion dachten. Florian Kohfeldt war nicht so amused, und entgegnete seinerseits das er sich nicht gerne 6 bis 7:1 abschießen lässt, was seiner Meinung wohl passiert wäre wenn Werder ordentlich drauf gegangen wäre. Ich persönlich bin der Meinung das man den Bayern mehr Paroli hätte bieten sollen. Was wäre denn schon passiert? Verloren ist verloren. Aber ein mutigeres Auftreten hätte auch möglicherweise die Chance bedeuten können,über die Hälfte der Mannschaft aus ihrem sichtbaren Formtief zu holen. Denn das sieht jeder inzwischen.

Überhaupt war im Weserstadion nicht so recht das knistern inne Gänge, welches ich so liebe. Die Bayernsupporter in der West waren ruhig, die Werdersupporter ebenso. Zwischendurch versuchte der Ost Oberrang die fehlende Performance der „Protestler“ auszugleichen, was aber nur mittelprächtig gelang. Und so eierte das Spiel dahin. 1:0 für die Bayern. Kurz darauf begann der Ost Unterrang mit Support, was wiederum der Ost Oberrang mit Pfiffen und Buhrufen kommentierte. Da hat „oben“ wohl „unten“ die Schuld an dem Tor angekreidet. Natürlich Blödsinn, so wird Serge Gnabry bei seinem Tor wohl nicht gedacht haben.

Was solls. In der ersten Halbzeit köpfte Yuya Osako noch den Ausgleich, nach schöner Löffelflanke vom Kruse. Da kam der Neuer seltsam unfertig aus seinem Tor und Osako war schneller. Ja, auch Manuel Neuer wirkte nicht so sattelfest wie man ihn kennt. Hervorheben möchte ich auf jeden Fall noch Jiri Pavlenka, der zusammen mit Max Kruse aus der Werder Mannschaft leicht herausstach.

Zu Beginn der zweiten Hälfte war Werder mal so richtig in der Kabine und bettelte geradezu um den erneuten Rückstand. Der dann auch prompt fiel. Dieser Treffer hat mich besonders geärgert, weil das so ein richtiger Werder-zu-Beginn-der-zweiten-Hälfte-Tiefschlaf-Fehler war. Und eigentlich war das Spiel damit schon gelaufen, richtig in Tritt kam Werder nicht mehr richtig, und ehrlich gesagt ist mir auch die Ach so taktisch ausgeklügelte Aufstellung völlig Wurst. Wieso hat man die Bayern nicht aggressiver angelaufen? Welches vor allem in der ersten Hälfte ein ums andere mal sogar sichtbar gelang. Und Beispiele gab es doch in den Wochen zu genüge,wie man diese Bayern Mannschaft spielt.

Ich bleibe bei meiner Meinung, nie war es leichter die Bayern zu bezwingen. Chance komplett versäumt.

Nach dem Spiel wurde dann sofort betont das gegen Düsseldorf die fehlenden Punkte geholt werden müssen und auch werden. Das empfinde ich einerseits als Parole die man sich ruhig für das vergangene Spiel hätte wünschen dürfen, andererseits finde ich das auch abgenutzt und zudem respektlos gegenüber Düsseldorf, die übrigens gezeigt haben wie man gegen diese Bayern zurecht kommt. Inzwischen wird mir wieder zu viel gelabert und zu wenig gespielt. Habe fertig.

Fazit: Ich hab zweehunnert Puls.

Euer Markus

Durchgereicht

Moin!

Das war ja wohl mal nix gegen Mönchengladbach. Eine Viertelstunde hat gelangt, um aus einem Spiel auf Augenhöhe, ein Spiel zwischen dem Tabellensiebten und dem Tabellenzweiten zu machen.

Man fragte mich bei Twitter, ob es möglich sei das Werder anfangs permanent über seine Verhältnisse gespielt hat. Das ist möglich, wobei ich aber auch feststellen möchte, dieses hat uns auch den Mors gerettet, in Form von 17 Punkten. Nicht vorzustellen was passiert wäre, wenn Werder nach den ganzen verbalen wagnissen, in Form von #wedare, wieder nur im unteren Drittel der Tabelle wäre. Deswegen kann man eigentlich Ruhe aussenden, und nix anderes macht Werder. Das sollte man sich auch gönnen, vor allem jetzt vor der „geliebten“ Länderspielpause.

Ein Rhythmusdieb wird das für Werder nicht werden, davon gab es nämlich nicht sonderlich viel nach den Niederlagen. Ich hoffe das der Trainer die richtigen Maßnahmen trifft, oder wie es Thomas Schaaf immer sagte, an den Dingen arbeiten.

Was mich aber an den Interviews immer nervt. Ständig wird betont das es in der Mannschaft stimmt, ohne auch nur danach gefragt worden zu sein. Spätestens hier werde ich hellhörig. Sollen sie doch lieber den Sabbel halten und sagen: „Wir waren schlecht, die anderen besser, und vielleicht gewinnen wir auch mal wieder.“ Würde mir reichen, weil es auch ca. 42.000 Zuschauer gesehen haben das es nix war. Punkt.

Aber dennoch bin ich ziemlich belastbar was die derzeitige Situation angeht, auch wenn ich nach dem Spiel ein klein bisschen schockierter war als nach dem Spiel gegen Bayer04. Ich war aber wohl auch beeindruckt von der Effizienz, mit der die Borussen aus Mönchengladbach vorgingen. Eine tolle Mannschaft, die wirklich eine reife, unaufgeregte Leistung ablieferten, mit denen ist zu rechnen. Und würde es nicht Werder geben, ich wäre wohl Gladbacher. Ich mag diesen Verein und seine Fans. Aber bitte nicht weitersagen. 😉

Nun ist erstmal Ruhe, und das nächste Heimspiel wird dann gegen Bayern München sein, ein prima Aufbaugegner, je nachdem wie wir uns Auswärts gegen Freiburg schlagen. Kann aber auch eine ganz bittere Nummer werden, ich würde im Moment zwei Punkte aus beiden Spielen schon jetzt nehmen. Europa schlage ich mir bis auf weiteres aus dem Kopf. Dazu bedarf es einer ordentlichen Serie, da sind andere Mannschaften in der Tabelle deutlich konstanter. Werder und Hertha BSC haben momentan etwas den Anschluss verloren. Frankfurt beeindruckt mich gerade nachhaltig. Und auch RB Leipzig hat zusammen mit Hoffenheim etwas mehr getan dafür. Aber wie sagt man so schön?

„Hinten ist die Ente fett!“

Fazit: Die zwei Gläschen Wein in der Böttcherstrasse waren das beste vom Tag.

Euer Markus

PS: Vielleicht lag es auch an mir?

Einer geht noch, einer geht noch rein….

Zweifelsohne habe ich gegen Leverkusen die richtige Tordifferenz getippt, denn ich habe meinen ersten Tipp noch von 3:1 auf 4:0 verändert, angesichts der Niederlage der Bayermannschaft im Letziggrund. Stichwort: Zürcher Geschnetzeltes

Eine gefühlte Ewigkeit lang, ist mir mein Tipp noch nie so krachend auf die Pfoten gefallen. Und auch wenn man sich so umhörte im Block (mit einer Ausnahme), dann konnte es nur einen Kantersieg geben.

Denkste.

Leverkusen verstand es, unsere neuformierte Abwehr immer öfter in Verlegenheit zu bringen. Ich bin nun keiner der das Stadion zwingend verlassen würde, aber meine Geldkarte lade ich ganz bewusst immer während des Spiels auf. Kenner werden wissen was ich von den langen Warteschlangen im Weserstadion halte.

Das 0:1 fiel noch während meiner Anwesenheit, die anderen beiden Buden fielen wohl kurz danach, weil die Menschen plötzlich in Scharen und schimpfend zum Bierstand, geradezu flüchteten. Unterdessen habe ich mit der Kartenaufladefrau geklönt, und wir ahnten wohl beide was dort geschehen war. Also ich Pommes mampfend wieder rein, und auf halbem Weg kam mir mein Sitznachbar nahezu fassungslos und kopfschüttelnd entgegen.

„Ey Tobi, du hattest doch gleich ein schlechtes Gefühl, schon zu Beginn“ (hier die Ausnahme)

Aber die Hoffnung ist ja ehe immer eine andere. Selbige hatte ich übrigens auch zur zweiten Halbzeit. Meine Rechnung war, wenn unsere Jungs nur ein Tor machen, werden die Leverkusener schon zappelig. So war es dann auch, also zumindest kurz. Der Jungspund Pizarro und dann noch Osako. Das war schick. Ein Ruck ging durch den Holy Ground und plötzlich hatten wir ein anderes Spiel, wie schon gesagt, kurzzeitig. Wir hatten beim wilden anrennen wohl vergessen, die Abwehr war immer noch indisponiert und löchrig, und ich gebe es zu, die BayerNullvierer immer noch gnadenlos. So fiel dann fix das 2:4. Da ich immer noch nicht merkte das unsere Aufstellung suboptimal war, hatte ich immer noch Hoffnung. Die war dann aber auch mit dem 2:5 und mit dem 2:6 schnell dahin. Ich habe dann noch ein paar anständige Szenen beklatscht und habe artig auf den Schlusspfiff gewartet. Hatte aber wider erwarten keine allzu schlechte Laune, lebte ich doch von dem kurzzeitigen aufflackern bis zur zweiundsechzigsten Minute.

Um es kurz zu sagen, ich empfinde diese Niederlage nicht so als Beinbruch, da kam ein wenig viel zusammen, auch möchte ich mich nicht an einzelnen Spielern und deren Leistung hochziehen, dafür haben wir ja einen sehr guten Trainer. Der wird die richtigen Texte und Einheiten finden. Und schon bald sind wir wieder da. Im Nachhinein bekommt unsere Niederlage auch vielleicht einen anderen Stellenwert, wenn man betrachtet wie Bayer04 in Mönchengladbach im Pokal aufgetreten ist, die haben sich wohl gefunden. Erstaunlich nach dem Auftakt.

Wir werden schon in Mainz am Sonntag wieder eine ganz andere Truppe erleben.

Fazit: Einen Schritt zurück und zwei nach vorn.

Euer Markus

Der Hamburger Sportverein und Christian Titz

Heute mal was ganz anderes. Ich riskiere mal etwas über den Gartenzaun zu blicken und merke gerade jetzt, dass mir nicht sonderlich viel dazu einfällt, ausser vielleicht so manches Spiel, wo mal der eine, mal der andere das bessere Ende hatte.

Ich weiß nicht wie es euch geht wenn ihr etwas vom HSV lest oder hört. Ich steige bei den ganzen Postenschiebereien und Positionsbeziehern nicht mehr durch. Ich weiß nicht einmal mehr wer dort, wirklich etwas zu sagen hat. Ich meine so als Chef. Als jemand der die Richtung vorgibt.

Nach den BL Partien ist Twitter normalerweise voll von Reaktionen der Fans. Nun hat am Freitag der HSV, mit neuem Trainer, gegen Magdeburg mit 1:0 gewonnen. Doch bei Twitter war so gut wie nix zu lesen, der Schock nach der Trainer Entlassung durch Christian Titz war wohl einfach zu viel für die Fans.

Für mich war Christian Titz absolut der richtigste an der Stelle. Doch geht die Geschichte für mich eigentlich schon am letzten Spieltag los. Der HSV spielte bekannterweise gegen die Borussen aus Mönchengladbach und stieg aus der 1.Bundesliga ab. Viel wichtiger ist jedoch, hier steht eine Stadt dahinter. Menschen die für sich beschlossen haben, hier geht eine Tür zu, aber dort geht eine andere auf. Man sah es als Chance den HSV wieder auf die Beine zu stellen. Sie haben den HSV angefeuert, sie haben gesungen, sie haben die Rauchtopfdioten aus dem Stadion herausgebrüllt, gepfiffen und dann geworfen. Hier hat eine ganze Stadt ihren Verein abgeholt und die Botschaft gesandt:“Kommt Jungs, da kommen wir jetzt gemeinsam heraus“. Ein prima Boden für Zusammenhalt und eine tolle Chance negatives hinter sich zu lassen. Ich persönlich war wirklich bewegt. Christian Titz war für mich ein neues Gesicht der dieses verkörperte. Kein Schnacker, einer der sagte wie es ist, und nicht was die schwierige Presse gerne hören wollte. Und alleine was er in der kurzen Zeit die er hatte alles bewegt hat, ist die eigentliche Sensation. Klar war der Abstieg die logischste aller Konsequenzen, aber das war nicht sein Ding, hier wurden sicher viel früher Fehler gemacht.

Und dann?

Christian Titz wurde entlassen. Ich musste es wirklich viermal lesen.

Der HSV gehört zur Spitzengruppe der zweiten Liga. Das muss man sich einmal vorstellen. Der Mann, der es schaffte nach Jahren der Postenwechseleien und des sportlichen Abstiegs eine Art Wir-Gefühl zurückzubringen, wohlgemerkt als Trainer, was bei weitem nicht seine Kernaufgabe ist, der durfte jetzt gehen? Hanebüchen.

Nun darf ein neuer Trainer sein Glück versuchen, alles Gute dem Herrn Wolf. Wahrscheinlich gelingt ihm sogar der Aufstieg, dann haben wir endlich wieder ein echtes Nordderby.

Es muss ja weitergehen Modus, ich befürchte jedoch, der HSV hat mit dieser Vorgehensweise ein stückweit Fans wirklich verloren. Vor allem solche, die im Volkspark den Neuanfang wagten, genau wie der Herr Titz.

Das sind so meine Gedanken dazu, so als Fussball Anhänger, der ein ziemlich untrügliches Gefühl in sich trägt, möglicherweise weit ab von allen so tollen und sachlichen Diskussionen. Das Risiko trage ich.

Bleibt frisch und munter.

Euer Markus

Ungeduldig du bist…

Endlich wieder Bundesliga, endlich wieder Werder. Nach einer für mich eher langweiligen WM ging es am 25.08.2018 endlich wieder um den wahren Fußball. Die Transferphase tat ein übriges, um auch mich komplett zu euphorisieren, hat der Baumann doch eine Menge Klasse an die Weser geholt, zumindest lassen die Namen das vermuten. Doch ich konnte mich gerade noch bremsen.

Die Namen sind dennoch interessant.

Osako

Klaassen

Beijmo

Möhwald

Harnik

Kapino

Beste

Und ein junges Talent namens Claudio Pizarro 😉

Wer da nicht ins schwärmen gerät, dem ist nicht mehr zu helfen. Plötzlich schien alles möglich, welch Aufbruchstimmung in Bremen. Endlich sind die dürren Jahre des unteren Mittelmaßes vorbei, endlich wieder Europapokal, endlich wieder auf Augenhöhe mit den oberen Regionen der Bundesliga.

Doch langsam, wir Fans neigen ja gerne dazu vergangene Zeiten zum Leben zu erwecken, um zumindest gedanklich an glorreiche Zeiten anzuknüpfen. Und weil das noch nicht reicht, da hauen die Verantwortlichen in die gleichen Kerben. Europa als Ziel, an wen ging die Botschaft? An die Mannschaft? Der damit unmissverständlich mitgeteilt werden soll, dass die Qualität der Transfers die einzig logische Schlussfolgerung daraus sein muss?

Aber auch viele Fans waren es letztendlich leid, sich immer tiefgesteckte Ziele anzuhören. Wer großes vorhat, der muß auch groß denken. Das wurde durch die Transfers noch dick unterstrichen.

Ein ungesundes Klima in meinen Augen, ich hätte die Ziele vorsichtiger formuliert. Und ich wurde im Spiel gegen Hannover 96 erstmal in mehreren Dingen bestätigt. Werder war bemüht das Spiel in den Griff zu bekommen, doch eine bleierne schwere lag über der Mannschaft. Aber um es einfach zu sagen, diese Mannschaft ist einfach noch nicht eingespielt. Hier und da sind die Laufwege noch nicht ganz klar definiert, aber wenn man mal ehrlich ist, kann es auch nicht. Und diese Tatsache ist die, die mich eigentlich beruhigt. Bei den vielen Neuzugängen kann man es eigentlich auch so sehen, und zwar das es schon verdammt ordentlich aussieht was die Kohfeldt Truppe da treibt. Also ruhig Blut ihr Anhänger.

Ach die Werder Supporter waren auch noch ein Thema für sich, wenn man jetzt mal alle zusammen nimmt, dann war das ein sehr schlechter Support im Weserstadion. Wohl auch der Tatsache geschuldet, dass man sich wohl innerlich auf das Euphorie Feuerwerk vorbereitet hat, und dann kam es doch ganz anders. Ich fand es ganz ordentlich das 1:1, und konnte damit gut leben, und für die Mannschaft ist es sicherlich auch einfacher so, man wird an den Aufgaben wachsen, da bin ich mir ganz sicher. Ein Kantersieg war eigentlich meine größte Befürchtung.

Fazit: Geduld ist nicht die Fähigkeit zu warten, sondern die Fähigkeit beim warten gut gelaunt zu bleiben.

Euer Markus