Schneegestöber bei der grüneren Borussia, geldsparende Manager, vier Werder Tore

Als die Jungfrau, wider erwarten ihr Kind in den Armen hielt, wird sie genauso aus der Wäsche geschaut haben wie ich. Denn plötzlich hielt ich vier Auswärtstickets für den Borussiapark in den Händen. So oft wollte ich dieses Jahr gar nicht Auswärts ran, jedoch war es eine günstige Gelegenheit, und so machten wir uns per Auto auf den Weg nach Mönchengladbach. Ich möchte mich vorab ein wenig über die Anreise auslassen. Die A31 ist wohl das langweiligste Stück Autobahn der Weltgeschichte, so das man sich fast wünscht, die Strecke hat noch die fehlenden 50km von Schüttorf. Der geneigte „Ostfriesen Spieß Fahrer“ möge sich erinnern, als man damals auf das langweiligste Stück Landstraße der Weltgeschichte ausweichen musste. Längst Vergangenheit, heute kommt man doch recht komfortabel vom Emstunnel bis Gladbeck, zumindest wer die A1 am Freitag scheut, mit all ihren Unwägbarkeiten. Und so sind wir nach viereinhalb/fünf Stunden heil am Niederrhein gelandet.

Sechs Euro für einen Parkplatz fand ich doch schon sehr happig, und ich begann im Kopf die Einnahmen durchzurechnen. Nicht schlecht für eine westliche Stadtrandlage. Man begann unterdessen sich damit zu beruhigen das die Fahrzeuge bewacht werden, was natürlich reiner Blödsinn ist. Aber wenn es hilft.

Habe ich schon mal erwähnt das ich es mag, vor Bundesligaspielen auf Werder Fans zu treffen? Nein?

Ich finde es schön mit seinesgleichen zu fachsimpeln, es ist sofort ein vertrautes miteinander, ticken wir Werder Fans vielleicht ähnlich? Da ist es auch völlig egal woher man kommt, ein tolles Gefühl von Verbundenheit.

Das Stadion von Mönchengladbach ist schon ein Hingucker, ich mag ja diese grün illuminierten Ecken, selbiges würde ich mir auch für das Weserstadion wünschen. Da es an diesem Spieltag auch richtig ungemütlich und kalt war, bin ich umso erstaunter gewesen, wie wenig es im inneren des Stadions zog. Nur in den Zugängen war der Ostwind logischerweise deutlich spürbar. Da habe ich schon ganz andere „Läden“ genossen.

Aber in Sachen Stimmung müssen wir uns in Bremen nicht verstecken, ich bin natürlich nicht ganz unbefangen in dieser Hinsicht, aber das war nicht so dolle von Gladbacher Seite. Sorry.

Ok, es war kalt und es war in der Gästeecke, da ist es ja sowieso lauter, man ist auch zur Zeit nicht grenzenlos zufrieden, demzufolge lag irgendwie ein grauer Schleier der Verhaltenheit über dem mit Schnee verzuckerten Borussiapark. Gerade in so einem Stadion, da kann man doch prima Rabatz machen. Übrigens, ich sage bewusst Stadion, weil Arena hat so etwas“vermarktetes“, endgültig verkauftes in sich. Da bin ich ja ganz und gar Romantiksau. Die Borussia hat verdammt viel Potential mit dieser Anlage, und von dem 30 Millionen Projekt namens Hotel, neben dem Stadion, möchte ich gar nicht reden. Aber mir fällt auch auf, in diversen Interviews wird tiefgestapelt und versachlicht bis es zu den Ohren rauskommt. Das erinnert mich stark an meinen Verein, wobei das viel besser geworden ist. Ich befürchte da müssen die aufpassen dort, denn es ist immer das gleiche Strickmuster. Im Europapokal steigen die Gehälter und die Begehrlichkeiten, fehlt der Wettbewerb, bleiben die Gehälter. Ach, und natürlich die Begehrlichkeiten. Ein blödes Karussell beginnt sich zu drehen. Dann fängst du an und konsolidierst, natürlich sparen wir nicht bei den Spielern, da sind ja noch die Jugendspieler, die an jedem Spieltag von ihren Betreuern Mettbrötchen geschmiert bekamen. „Wozu das denn?“ fragt sich nun der Ökonom, wir haben doch einen prima Caterer unter Vertrag, und so werden dann Labberbrötchen serviert. Möglicherweise schweife ich ab, aber so unter Thomas Eichin passiert. Wie kriege ich jetzt den Bogen zu Gladbach.

Ach Thomas Eichin, der war ja auch mal dort, und polierte vor den Konten erstmal Knochen.

Das Spiel ist schnell erzählt, wir haben alle vier Tore geschossen. Maxi Eggestein verliert den Ball im Mittelfeld, der Ball landet bei Thomas Delaney, der hat den Ball dann wunderschön in den Rücken unserer Abwehr gespielt, die gerade die Vorwärtsbewegung suchte, und Zakaria hatte dann ein leichtes Spiel das Ding in der langen Ecke zu versenken, wobei es gut gemacht war, also vom Schützen. Nach fünf Spielminuten, musste erstmal schaffen. Aber kein Beinbruch, irgendwie vertraue ich der ganzen Truppe, trotz der vorhandenen Schwächen, aber dafür trainiert man ja und hat einen Trainer, man munkelt das steckt im Wort. Wenn dann wie bei Werder eine spürbare Verbesserung eintritt, umso besser. Deswegen will ich mich gar nicht so sehr auf das Eigentor von Niklas Moisander stürzen, so etwas passiert, ganz nebenbei war es richtig schön, bzw. es wäre richtig schön gewesen, also auf der anderen Seite. 2:0 für Gladbach. Halbzeit….Wurst fassen. Das geht bei denen richtig flott und gut. Neidpunkt für Mönchengladbach. Bezahlen mit echtem Geld, noch ein Neidpunkt für die.

Anpfiff zweite Halbzeit, der Schiri der dies tat, wird nicht mehr mein Freund, mir gingen seine losen Karten zu sehr in eine Richtung, aber das relativiert sich oftmals mit dem Endergebnis.

Als Trainer hätte ich zu den Werder Boys gesagt: „Männer, was hat Gladbach denn bis jetzt gerissen? Die führen, und wissen gar nicht wieso, die Tore haben wir denen stümperhaft auf die Anzeigetafeln geschrieben, jetzt sind wir dran“

Ich habe zu meinem Nebenmann gesagt, beim 3:0 sind wir wech, beim 2:1 Anschluss geht euch die Düse. Er hat mir nicht geglaubt. Da ich „meine“ Jungs ja kenne, habe ich mich innerlich, fast triumphierend zurückgelehnt. Auch meine Twittertimeline war nicht unbedingt voller Hoffnung, aber irgendwie war da etwas in der Luft, zumal wir ganz ordentlich durch Max Kruse das Mittelfeld überbrückten. Es sah für mich gut aus, und die Entschlossenheit wurde dann auch endlich belohnt. Ecke vor der Nordkurve, der Delaney halb Kopf, halb Schulter über Sommer hinweg zum 2:1 Anschluss. GEIJELLL. Nun ging der Punk ab, wir sangen noch lauter, wir spielten noch mehr auf Sieg. Hach herrlich, diese Einheit von Mannschaft und Fans. Das 2:2 in der 78. Minute durch Johansson war der Wahnsinn, der hätte fast noch neben dem Tornetz die Gladbacher Zaunbanner durchtrennt, den hat er mächtig reingezimmert. Das war wie gemalt, feiner Pass auf den Maxi E. der scharf rein vor das Tor auf Jerome Gondorf, der lässt prallen, und der Rest ist bekannt. Am Ende war sogar noch mehr drin, aber das haben wir uns zu Beginn ja ein wenig selbst versaut. Abpfiff, die Gladbacher gingen auf dem Zahnfleisch, und waren angesichts des Ergebnisses dann wohl doch eher froh. Abfeiern…..schnell zum Auto. Wir hätten uns ruhig noch 1 1/2 Stunden Zeit lassen können, das Chaos auf den Parkplätzen war richtig schlecht, und das lag sicher nicht nur am Schneetreiben. Das kassieren besagter 6 Euronen ging eindeutig schneller vonstatten. Wo waren denn die ganzen Helferlein? Für mich ein echter Minuspunkt. Wäre das Spiel nicht um 20:30 gestartet, ich wäre sicher mit Zug angereist. Ein Lernprozess, jedenfalls waren wir dann um 04.30 am Samstagmorgen wieder in der Heimat.

Fazit: Mit Werder kannste was erleben, immer.

Euer Markus

Fofftein, Aytekin, eine kalte Currywurst, eine Cola und ein verpasstes Tor.

Moin auch!

Ich möchte mich gar nicht lange über das Spiel gegen Wolfsburg auslassen. Ich bin gar so vermessen zu schreiben, es war klar nach den Auftritten in den Spielen zuvor. Die Stimmung ist gerade einfach auf Werders Seite, da hat man so ein leicht arrogantes Gefühl in sich, ein derartiges unglaubliches Selbstverständnis an den Tag zu legen. Die Mannschaft zeigt was der Trainer möchte, und lässt auch keinen Zweifel daran aufkommen. Und ich finde wir haben es auch alle verdient.

In Gesprächen mit Mitstreitern war ich wahrscheinlich der einzige der dieses Spiel nicht so recht mochte, warum werde ich noch erläutern, und jetzt bin ich doch wieder beim WOB Spiel. Möchte aber nur darauf eingehen wie es auf mich wirkte, der SV Werder stand tief, die Wolfsburger hoch. Für mich eher langweilig, insbesondere in der ersten Halbzeit. Die Statistiken täuschen nicht, der höhere prozentuale Anteil am Ballbesitz war eindeutig auf Wolfsburger Seite. Oder anders, unsere Jungs haben Wolfsburg bewusst kommen lassen und WOB ist auch herrlich darauf eingegangen. Ich kann nur mutmaßen, genau dieses war das Programm von Florian Kohfeldt. Nicht ins offene Messer laufen, geduldig aus einer guten defensiven Grundordnung in den Wolfsburger Raum starten. Gut das 1:0 resultierte aus einem Eckball, aber auch diese Variante auf die kurze Ecke geschlagen war ein Fest, ebenso der wuchtige, Schwedische Kopfballtreffer.

Im weiteren Verlauf erspielte sich Werder die klareren Chancen, während Wolfsburg einfach nur den Ball hatte, ohne sonderlich gefährlich zu wirken. Und dann fiel folgerichtig das 2:0. Wenn das erste Tor ein Fest war, dann war das zweite vierzehn Tage Freimarkt ohne Regen. Mit welcher Wucht Kainzi diesen scharfen Schlenzer im Casteelser Kasten unterbrachte, es war eine Augenweide.

Halbzeit

Richtung Ostkurve und mit 2:0 Führung denke ich immer, jetzt das dritte und der Sack ist zu. Da denken oft das Problem ist, insbesondere beim Fussball, sollte ich es lieber sein lassen……. denke ich.

Und schon pfiff Herr Aytekin Elfmeter für die Abteilung Kfz Herstellung. Von meiner Position war es schwer zu sehen, da Herr Aytekin aber sofort und ohne zögern auf den Punkt zeigte, war die Berechtigung für mich gegeben. Später im Fernsehbericht sah ich zudem noch, der Wolfsburger ist einfach prima auf die Umarmung von Moisander eingegangen. Kann man aber geben. 2:1

Dann hatte ich irgendwann Hunger.

3:1 Kainzi. Nöööö.

Statistisch gesehen habe ich pro Saison ein Abwesenheitstor. Da bin ich jetzt aber froh das ich das überstanden habe. Der Grund war Hunger und Durst, und beim Caterer im Stadion habe ich eine Currywurst bekommen, die wohl mal um 15:30 heiß war. Fairerweise muss ich aber erklären, ich bekam sofort Ersatz und eine Entschuldigung. Ich esse selten bis gar nicht im Weserstadion, aber nicht aus diesem Grunde, sondern eigentlich ist es mir viel zu teuer. Zudem dauert es mir zu lange dort, vor allem in der Halbzeit wenn sich alle in dem engen Gang auf der Nordtribüne treffen, der Ober-und der Unterrang vereint.

Auf dem Rückweg traf ich meinen langjährigen Sitznachbarn Bertram, der sich Sorgen um mich machte, weil ich so lange weg war. Das finde ich großartig von ihm und ich werde mich bei einem der nächsten Heimspielen dafür bedanken, toller Zusammenhalt wie ich finde. Jedoch muss ich erklärend anmerken, ich habe mir einfach mehr Zeit genommen und mich mit der Tresenkraft über das Tor gefreut.

Nun gut. 3:1 gewonnen. Der Rothosen- HSV Fan, der von mir eine Karte bekam war zufrieden über ein Spiel mit vier Toren, der restliche Anhang gönnte sich unterdessen drei frische Punkte im Tabellenbild, jedoch ohne großartige Veränderung in der Platzierung. Immer noch Platz Fofftein, dank einer solide, schwachen Auswärtsleistung von Mönchengladbach in Stuttgart. Aber wir müssen auf uns selbst schauen.

Fazit:

Nicht so viel denken. Denke ich mal.

Euer Markus

TSG Hopenhome vs. Krabbeldiwandnuff

Ach schau, nach einer ausgiebigen Winterpause würde es endlich Sommer sein im Weserstadion, wir hockten in unseren kurzen Werderleibchen auf dem nach Sonnencreme duftenden Osterdeich und tranken herrlich erfrischendes Bier. In großer Vorfreude auf das Spiel gegen Hoffenheim.
Oh wait! Moment mal!
Also es ist Januar, und die kurze Winterpause zwang uns dazu, die Fußballwelt mit ihrer herrlichen Terminplanung lobzupreisen. Vereinsfußball wird eigentlich immer zur Unzeit gespielt, es sei denn es ist mal wieder die, alle vier-Jahre-Zeit angebrochen, und dicke Herren mit ihren dicken Geldbörsen feiern ihre Weltmeisterschaft. Ich finde es eigentlich immer mehr zum Kotzen, wahrscheinlich gehe ich aus diesem Grunde erst recht zum „Bodensatz“ Bundesliga, und friere mir den Arsch eckig. Aber es ist ja sowieso viel mehr als nur zu Werder zu gehen, es geht auch um die guten Gespräche, um die Menschen die das gleiche „Schicksal“ teilen.

Nun denn, am 13.01.2018 im Weserstadion, ging es zum letzten und dritten Mal in dieser Saison gegen die „geliebte“ TSG Hoffenheim. Ich erinnere kurz an das DFB Pokalspiel, bei dem sich die Hoffenheimer über ein nicht spielendes Werder beklagten. Dieses Spiel stand jedoch unter ganz anderen Vorzeichen, denn Werder kam mit einem anderen Trainer, und zudem mit einer anderen Ausrichtung, und demzufolge mit einer anderen Brustbreite auf den Platz. In der ersten Hälfte der ersten Hälfte war Werder sichtlich bemüht Ballbesitz zu generieren und damit Torchancen. Dies gelang in der zweiten Hälfte der ersten Hälfte etwas besser, ging jedoch zu Lasten der etwas lahmen Defensive, die ein ums andere mal düpiert wurden, so das unsere Sechser ordentlich mitackern durften, wenn sie nicht zufällig durch die Hoffenheimer mit langem Hafer überspielt wurden, und so komplett aus dem Spiel waren. Die Rolle von Gnabry war wohl überall zu sein, am gefährlichsten wurde es aber wenn er über Werders rechte Seite reinkam.

Wir machten uns schon bereit für die lange und kalte Halbzeitpause, als ich zu meinem Nebenmann sagte, es wäre schön wenn wir wenigstens mit einem 0:0 in die Pause gehen, wie bei mir üblich schaue ich die Leute an wenn ich mit ihnen rede, und währenddessen machte sich bei meinem gegenüber aus dem zustimmenden Blick ein ungläubiger breit. Hm, da muss was passiert sein, am Jubellärm der zweiundfuffzich Hoffenheimer konnte man nur bedingt ablesen was gerade passiert ist. Die Videowalls im Weserstadion waren nicht so barmherzig.

Nun gut, wenn man ehrlich ist, dann hat sich der Rückstand auch irgendwie angekündigt, auch wegen Serge Gnabry, der die Flanke zum Rückstand auf den Kopf von Hübner ablegte. Blöde Sache dies, aber es kommt ja noch eine erste Hälfte der zweiten Hälfte und eine zweite der Zwoten, zumindest so wie ich Werder erwarte. Es wurde dann eine ganze zweite Hälfte die sich wieder nach Werder Bremen anfühlte. Systemtechnisch konnte ich soweit keine Veränderung ausmachen, jedoch stand Werder den Hoffenheimern intensiver auf den Füßen rum, und nervte deutlich höher, das wurde noch besser als Jerome Gondorf in seinem „Kainzi Look“ eingewechselt wurde. Das Bremer Spiel hatte jetzt deutlich mehr substanzielle Tiefe was wiederum gut aussah, und plötzlich hatte der echte Kainz auch bessere Szenen auf seiner Seite, man sah gerade ihm an das er sich viel vorgenommen hatte, jedoch wurde er leider Opfer einer spröden ersten Hälfte und einer seltsamen Ungenauigkeit in seinem tun.

Es ist wirklich wahr, aber vor dem Ausgleich sagte ich zu meinem Nebenmann, jetzt hilft nur ein Kacktor. Das war auch etwas seltsam wie Theo Fußballgott den Ball unter die Latte stocherte, feiner Jubel im Weserstadion. In der Folge entwickelte sich ein Spiel in dem beide Mannschaften drei Punkte wollten. Es kam noch eine Riesenparade von Jiri Pavlenka nach einer guten Stunde und noch einige sehr gute Chancen auf beiden Seiten. Ich dachte so bei mir, jetzt muss man sich doch mal per Körpersprache zufrieden geben mit dem Unentschieden. Das geschah jedoch nicht, hier kommen wohl zwei junge Fußballtrainer zusammen, die aus der gleichen Fußballschule entsprungen sind. Gut für uns. Gut für die Nationalmannschaften mit den dicken Herren und den dicken Geldbörsen und „ihrer“ WM.

Für Werder bleibt festzuhalten. Offensiv und aggressiv mit ungeahnten Wechselspielchen in den Positionen, was auch zeigt, man muss nicht immer großartig die taktische Ausrichtung wechseln, man muss nur seinen Job erledigen. Darauf kann man wirklich aufbauen. Diese Mannschaft steigt so nicht ab, wenn man die zweite Hälfte zugrunde legt.

Abpfiff.

Ich wollte schnell weg, einerseits war mir echt kalt und ich brauchte Bewegung, andererseits hat mein Fitnesstracker noch nicht sein übliches -10.000 Schritte sollst du tun Feuerwerk- zelebriert. Da kam es mir recht gelegen mich mit ein paar netten Leuten im Eisen zu treffen. Und es wurde noch ein richtig hübscher Abend mit Eisentaufe und inkludierter Schnappatmung, und mit Newbies die sie zu bestehen hatten. Krabbeldiwandnuff ist zu verköstigen um diese Taufe zu bestehen. Ich tippe auf Escorial mit evtl. Sambuca und anderem Gezeuchs. Ansonsten jage ich das Zeuchs vielleicht mal durch einen Gaschromatographen. Ich durfte dank Katja dieses mal darauf verzichten, weil der Plan war diesen Abend mit Führerschein und einem heilen Fahrzeug zu überstehen. Der dann auch gelungen ist, ich befürchte aber das ich das mit der Taufe nachholen darf/muss, da bin ich mir ziemlich sicher. Aber eigentlich bitte ich insgeheim sogar darum, weil es der perfekte Abschluss war, mit unaufgeregten und lieben Menschen den Spieltag ausklingen zu lassen. Wie Eingangs erwähnt entwickelten sich gute Gespräche, wie man sie eben nur mit Schicksalsverwandten haben kann. Spannend auch zu sehen das man plötzlich Leute trifft, die man über zehn Jahre nicht gesehen hat. Die Erkenntnis das die Klamotten nach einem solchen Besuch wie die Location riecht, durfte meine Nase mir erst am nächsten Tag mitteilen. Das war schon ein echtes déjà vu Erlebnis. Was sonst noch bleibt, mit zunehmenden Alkoholgenuss wird aus einer Staropramen Bestellung eine Stroboskop Bestellung, es beherrscht halt nicht jeder Tschechische Namen.

Motto des Tages

eine Danksagung in Alphabetischer Reihenfolge

@exklusivist @Krischan1887 @peakette @puschi22

Euer Markus

Lang her oder Herr Lange!  

Moin

In loser Folge möchte ich immer mal rückblickend auf Dinge schauen, die früher ganz anders waren, und Dinge die sich hoffentlich nie ändern. Ich bewege mich thematisch im Zeitraum 1978-1985.

Das derzeitige hat ja gerade Winterpause. Früher, als Buttjer, kam einem die Winterpause gar nicht so arg lang vor. 

Nach der Schule sind wir mit dem Fahrrad, wer eines hatte, gleich zum Weserstadion gefahren um den Profis bei der Vorbereitung zuzusehen, als Gesamtschüler hatte man da gewisse Vorteile, gab es doch keine Hausaufgaben, der geneigte Leser wird es an meinen Grammatikkentnissen ablesen, aber das bitte ich zu entschuldigen. 

Weiter zur Sache 😉 

Heute unvorstellbar wie dicht wir an der Sache dran waren, es gab kaum Dinge die uns damals daran hindern konnten, unsere Helden zu bewundern. Auch meine ich mich zu erinnern, das es so gut wie keine Kamerateams und sonstige Medienvertreter gab, jedenfalls nicht wie heute. Und sollte mal doch ein Radio Bremen Kamerateam da gewesen sein, so kamen wir uns direkt ein wenig wichtig vor, und stolperten so gut es eben ging, wie zufällig durchs Bild. Natürlich anschließend gleich den Interviewer gefragt, wann und wo es gesendet wird, und mit etwas Glück sah man sich dann im Fernsehen. Das war wichtig, wichtig war es auch, den Schulkameraden den möglichen Auftritt stolz anzukündigen. War man nicht dabei, war man natürlich der Depp. Der sportliche Ehrgeiz hinter dieser Aktion war dennoch enorm. Vielen Kamerateams haben wir aber dadurch nicht die Arbeit erschwert, wie schon angemerkt, das Aufkommen war ein anderes.

Heute sieht man mich sehr selten bei einem Werder Training, schlicht und einfach ist das aus beruflichen Gründen nicht möglich, ich schaue mir dann lieber das Ergebnis der sportlichen Übungen dann im Wettkampf an. Ich werde aber sicher mal wieder auftauchen. 

Apropos Wettkampf, es ist schon fast albern, wie leicht es war an Karten für das nächste Werderspiel zu kommen. Fast jeder Tabakwarenladen hatte ein Vorverkaufsschildchen an der Ladentür, und die von der Molkerei Bremerland verzierten Spielplakate waren ein beliebtes Sammlerobjekt. Ich kam immer recht gut an die Dinger ran, hatte unser Tabakladenmann Herr Lange immer eines für mich, wenn ich mal wieder Mudders Zigaretten besorgen durfte. Natürlich niemals ohne das Thema Werder, fast schon ein muss.

Ich habe oft darüber nachgedacht wie man damals Werder Fan wurde, aber wenn du in einem solchen Kleinod wie Bremen aufwächst, kannst du dich dem Thema kaum entziehen. Es verbindet die Menschen, beim Bäcker, im Supermarkt, in der Schule, am Esstisch mit der Familie, mit Freunden. Man kann es immer so weiter führen. Werder ist wirklich wichtig, und das ist keine Floskel. Selbst nicht so Fußballaffine Bewohner fragen wie Werder gespielt hat, es verrät viel über den Stellenwert und Wichtigkeit dieses Vereins. 100% eben. 100% für die Menschen. 100% Kitt für die Gesellschaft. 100% miteinander. 100% für den anderen da sein. Das ist nicht Ligaabhängig!! Es ist eine Verantwortung. Ein Lebensgefühl. Eine Haltung. Ein Wert. 

So hoch konnte Werder auch gar nicht verlieren, ich erinnere kurz an das 2:9 im Frankfurter Waldstadion, als das man auch nur einen Moment über Liebesentzug nachdenken würde. Stolz hielt man sein Pappticket für das nächste Spiel in den Händen, fürn Appel undn Ei. Meine erste Dauerkarte habe ich mir übrigens einfach gekauft, ich bin einfach zur Werder Geschäftsstelle gefahren und habe mir diese Karte gekauft. Weil ich es wollte, und es gab keine Wartezeit. Geld gegen Karte, nur falls es der Nummer 2.356 auf der derzeitigen Dauerkarten Warteliste etwas befremdlich vorkommen sollte. 

Motto des Tages

Früher war, fast alles leichter, und ich war schon lange nicht mehr bei Buten un Binnen zu sehen. 

Euer Markus

Autsch!  Aua!  Autsch! 

16.12.2018 Werder – Mainz

Hallo. 

Es stand ein weiteres Heimspiel an. Gegen Mainz 05. Schon beim Betreten unseres „Wohnzimmers“ lag irgendwie eine bleierne Stimmung über dem Weserstadion. Ob die Anhängerschaft ahnte was da noch alles kommt?

Die ersten Ahs und Ohs vernahm man, als durch das notorisch unterversorgte Mobilfunknetz im Bereich Osterdeich, die ersten Infos über die Mannschaftsaufstellung des geliebten Heimatvereins eintrudelten. 

„Nee nech“? Kruse verletzt, Juno verletzt. Und von Fin wussten wir ja schon das es wahrscheinlich Sommer wird, eh es wieder bei ihm um Fussball gehen kann.

Wer die Augen aufgemacht hat, der konnte das ja schon beim warmmachen der Spieler sehen, jedenfalls sollte das dann kompensiert werden durch Belfodil und die Hereinnahme von Flo Kainz.

Durch diese Aufstellung sah ich mich gezwungen meinen Wünscheplan von Sieg auf Unentschieden zu justieren. Du liebe Zeit, wie soll das nur gehen? Ich habe mich dabei ertappt, wie ich teils beleidigt, teils Sarkastisch tiefstapelnd immer tiefer in meine grüne Sitzschale rutschte.

Zur Halbzeit musste ich mich erstmal bei mir selbst entschuldigen, für meine trüben Gedanken und meinen bissigen Spott in Richtung Ishak Belfodil. Das war gar nicht mal so schlecht. Bälle abschirmen und behaupten konnte er ja schon immer, das er aber auch richtig unbequem spielen kann war mir bis dahin neu. Zudem ein Tor zum 2:0 erzielt. Das war gut. Hut ab und Asche auf mein Haupt, wohlwissend das ich mich irgendwann wieder emotional geladen und bitterböse über ihn beschweren darf, man hat ja schließlich bezahlt. 😉 

Um es auf den Punkt zu bringen, ich mag diese Art Spieler nicht, er wird es verschmerzen können. Er wird mein Klischeedenken ganz sicher wieder in die richtigen Bahnen lenken. 

Bargis Tor zum 1:0 und seine Dynamik an diesem Tag war fast schon bestechend. Insbesondere dieses frühe Tor, wo er wie weiland „Loddar“  gegen Jugoslawien bei der WM Vorrunde in Italien, in Richtung Strafraum den offenen Raum erkannte, war für mich ein echter Hingucker. Das wollte er genau so haben und machen. 

Auch im weiteren Spielverlauf muss er einiges richtig gemacht haben, denn nach seiner Auswechslung in der zweiten Halbzeit machte sich Werder wieder thematisch in die Richtung auf, wofür wir diesen Verein so „lieben“. Ehrliche Aufbauarbeit für den Gegner. 

Von einem Bruch im Spiel möchte ich nicht sprechen, den gab es zudem schon nach dem 1:0 in der ersten Halbzeit, wo sich Werder erstmal unerklärlich wie so oft, zurückzog. Kann auch sein das Mainz mehr investierte, spielt aber angesichts der finalen Ereignisse keine große Rolle. 

Nö, diese Auswechslung machte noch mehr mit uns, ich hatte den Eindruck das die Mannschaft plötzlich unsicherer agierte. Es gelang auch nicht mehr ganz so viel in Richtung 05er Tor.

Folgerichtig fiel dann auch der 2:1 Anschluß für die Mainzer. Uff. Ok.

Jetzt das Ding nach Hause schaukeln, die Weserstadionsingers begannen unterdessen, sich langsam in Dreipunkte Stimmung zu trällern. Und in der Nachspielzeit passiert das, was ich abgrundtief hasse. Ausgleich. 

Nicht der Ausgleich als solches, sondern diese hilflose und unglaubliche schlagartige Stille im halbrunden Eck des Weserstadions. Alter, seh ich das richtig, bin ich jetzt echt dabei? Echter Schmerz. 

Ich erinnere mich noch, wie ich mir auf der Rückfahrt immer wieder sagte, du wolltest doch ein Unentschieden mit dieser Aufstellung, da hast du es. 

Ohrfeige!  Autsch!  Aua!  Autsch! 

Motto des Tages:

Immer den Schnitzel Teller aufessen. 

Euer Markus