Warm zittern, und Verschwörung wittern. 

Moin.

Ich möchte mich noch einmal mit dem Spiel vom 02.12.2017 auseinandersetzen, der Gegner war der VfB Stuttgart.

Sicherlich eine lösbare, und dennoch undankbare Aufgabe. Ich mag es ehrlich gesagt gar nicht gegen Aufsteiger zu spielen. Die kommen immer so selbstverständlich daher, ein Wesenszug den ich meinem Lieblingsverein gerne wieder andichten würde. Aber in Wahrheit ist Werder Bremen immer irgendwie ein Club zwischen Genie und Wahnsinn. Manchmal der Club, manchmal die Fans. 

Mir sei aber vorher noch ein kurzer Ausflug in meine ureigenste Gefühlswelt gestattet. Ich bin mit dem Thema Nouri und Co. noch nicht ganz durch. 

Ja, ich glaube Werder ist mal wieder da, und ich kann mir gar nicht erklären warum. Es will mir partout nicht in den Kopf, wieso es plötzlich wieder nach Fußball aussieht. Ein Trainer steht ja für irgendeine Idee, etwas das ihn antreibt, er übernimmt ja nicht eine Mannschaft und sagt sich:“So Freunde, jetzt wollen wir mal verlieren, meine Abfindung ist gesichert“ 

Es liegt doch in der Natur des Menschen sich verbessern zu wollen, etwas zu erreichen. Die Spieler müssen sich die Frage gefallen lassen, wieso sie jetzt wieder das tun, wofür sie nicht nur bezahlt werden, sondern auch ihr ganzes Engagement investieren müssten/dürfen. Na gut, könnten. 

Für mich ist und bleibt diese Vorgehensweise eine echt linke Nummer der „Mitarbeiter“,  und ich ertappe mich dabei zu überlegen, welcher Spieler wohl das Heft in die Hand genommen haben könnte, um dem Trainer zu schaden. Bewundere ich da annähernd fast jedes Wochenende einen solchen Spieler, den ich am Ende sogar mag?

Dieser naive und hypothetische Ausflug sei mir gestattet, ich kann und werde mich mit den markteigenen Gesetzen nicht arrangieren. Ich werfe die Frage in den Raum, wieso sollte ich? 

Zurück zur Mannschaft die wieder Fussball spielt, wenn auch noch etwas anfällig oder meinetwegen fragil, aber sie spielt. 

Florian Kohfeldt scheint sich auf eine Stammformation eingeschossen zu haben. Und man sah es deutlich, es sah sehr griffig aus was dort in der ersten Halbzeit in Richtung VfB Tor unterwegs war. Werder versuchte das Tempo hoch zu halten, jedoch fehlte hier und da noch die Genauigkeit. Lediglich das Salz in der Torsuppe fehlte deswegen etwas, es darf aber nicht unerwähnt bleiben das Stuttgart durch einige Bremer Unzulänglichkeiten auch zu Chancen kam. Nicht ganz schuldlos, der dennoch sehr starke Pavlenka, zumindest auf der Linie und in eins gegen eins Situationen, jedoch nicht bei Abstössen und in der Spieleröffnung. 

Ab der 30.Minute kam es mir so vor das Werder zunehmend der Mut verließ, und die Aktionen waren nur noch halbherzig. 

Zu diesem Zeitpunkt neutralisierte man sich gegenseitig und die Aktionen waren etwas Vogelwild. Es musste also ein Witzfreistosspfiff her und eine schnelle Ausführung, das war hier auch für den sicher stehenden Badstuber dann etwas zu schnell, was Kruse mit dem Ball da machte. 1:0 zur Halbzeit, gut. 

Die zweite Halbzeit spielte Werder angesichts der Führung in die Karten, mussten die Stuttgarter doch mit zunehmender Restspieldauer immer höher pressen um noch etwas zählbares mitzunehmen. Das Spiel ging jetzt rauf und runter, und kurz nach der Halbzeit fiel auch das herbeigesehnte 2:0, leider Abseits. Also weiter warmzittern. 

Einige unnötige Ballverluste vorm Strafraum trugen auch dazu bei, insbesondere ein schrecklicher Ballverlust von Bartels hätte fast zum Ausgleich geführt, der durch Pavlenka in gewohnter, auf-der-Linie-bezwingt-mich-selten-einer-Art, abgewehrt wurde. 

Die letzten fünfzehn Minuten kam dann noch der Kollege Lamine S. Ich vermute das war so etwas wie eine Fünferabwehrreihe, ich lege mich jetzt mal fest, geht nicht. Der arme Sane rudert wie ein Hubschrauber mit den Armen und verursachte so manche ungeschickte Situation die den Ausgleich nahe erscheinen ließ. Ich vermute fast, wir sehen ihn nicht mehr so oft. 

Am Ende kam noch ein toller Kopfball von Badstuber, der glücklicherweise sein Ziel verfehlte und Werder wackelte das Ding nach Hause. Trotz vier Minuten Nachspielzeit. 

Fazit: Luft nach oben, meinetwegen auch warme, es war nämlich saukalt.

Euer Markus

Mit wenig viel, oder warum spielen die nicht mit uns. 

Zugegebenermaßen war der DFB-Pokal Erfolg gegen Hoffenheim auf den ersten Blick mehr als glücklich. Angesichts der gewählten Aufstellung durch den Trainer, konnte man nicht viel Hoffnung haben. 

Aber worauf hofft man eigentlich ständig? Auf ein Spektakel aus einer längst vergangenen Zeit? Auf irgendein Knoten der platzt?

Die Realität in der Hinrunde bedeutet, hinten dicht, und vorne mal schauen.

Das mit dem hinten dicht funktioniert eigentlich ganz anständig (Pavlenka unglaublich stark). Die Abwehr wirkte in der Tat wie ein Bollwerk, richtig unruhig ging es meiner Meinung nach sehr selten zu. Das ganze geht aber eindeutig zu Lasten der Offensivbemühungen. Wenn man derart massiv und tief steht, dann braucht es kluge und genaue Pässe zur Entlastung. Dafür ist es aber zumindest in der derzeitigen Situation nicht an der Zeit, ich meine das im Moment genau das der Plan des Alexander Nouri ist, oder angesichts der Offensivmisere nur sein kann.

Das die Hoffenheimer sich nach dem Spiel über die destruktive Spielweise des Gastgebers mokierten, kann man ein Stückweit nachvollziehen, andererseits sichert es aber das sportliche dasein eines arg gebeutelten, und finanziell schlecht „situierten“ Vereins. Und hier sind die Hoffenheimer Opfer gegen einen Ligagegner geworden, dem fast keine andere Wahl bleibt als so zu agieren, auch weil es eben solche Konstrukte wie z. B. Hoffenheim gibt. Hier kommen dann mal schnell solche Partien heraus, die dem ganzen sportlichen Ungleichgewicht geschuldet sind. Ich vermute das wir uns daran gewöhnen müssen. 

Aber man sieht sich ja immer zweimal im Leben, in diesem Fall sogar dreimal. 

Schon wieder Dortmund! Pokalfinale 1989!

Ich möchte die Dortmund Wochen mit Erlebnissen vom DFB Pokalfinale 1989 abschließen. Im nachhinein ein denkwürdiges, weil es auch die Geburtstunde eines grandiosen Stadionsprechers war. Sicher auch noch mehr, aber als Mensch kenne ich ihn leider nicht, und als Fußballer ist er meines Wissens auch nicht mehr so dolle in Erscheinung getreten. Mögen es mir die Dortmunder verzeihen.

Also ich kannte diesen Norbert Dickel bis zum Pokalfinale nicht. Franky Mill schon eher, hat er uns doch auch regelmäßig mit seiner verblüffenden Genialität mehrfach gequält. So auch in diesem Spiel, jedoch war der Mann der Stunde eindeutig dieser Dickel. Dickel, Dickel. Alleine dieser Name hat mir auch später noch Alpträume bereitet. Heute kann ich darüber eher schmunzeln, die Altersmilde kommt wohl durch, und die Erkenntnis, die anderen können auch Fußball spielen. Um es kurz zu machen. Werder hat 1:4 verloren.

0:1 Karl-Heinz Riedle (15.) Damals noch für Werder unterwegs.
1:1 Norbert Dickel (21.)
2:1 Frank Mill (58.)
3:1 Norbert Dickel (73.)
4:1 Michael Lusch (74.)

Soweit so gut. Es könnte sein, die Dortmunder haben unsere grün Weiße Truppe mit ihren erstmals im Pokalfinale getragenen Biene Maja Socken hypnotisiert.

Aber wie auch immer, eventuell waren sie an diesem warmen Abend am Samstag, dem 24. Juni 1989 in Berlin, einfach nur die bessere und gierigere Mannschaft.

Ein gewisses Interesse an Borussia Dortmund ist seitdem auch in mir gewachsen. Das kann und möchte ich auch nicht verbergen. Aber wen juckts?

Anekdote am Rande, auf der traurigen Heimfahrt lief im Radio You’ll Never Walk Alone

Motto des Tages: Es ist wie es ist.

Euer Markus

Dortmund, woll!!

Mit wenig Erwartungshaltung und viel Freude sind wir nach Dortmund gefahren. Aber so eine Europapokalqualistimmung wollte sich nicht breit machen, spukten doch die beiden Spiele gegen Köln und Hoffenheim in unseren Köpfen, die so ein wenig nach Schaafscher Prägung daherkamen.
Vorne viel, hinten mehr war das Motto, und so kam es dann auch in Dortmund.
Aber angesichts des breiten grün-weißen Fanaufkommens, und den vielen bekannten Gesichtern, konnte man die 3:4 Niederlage relativ Relaxed hinnehmen.
Wetter gut. Bier gut. Stimmung gut. Geiles Spiel.
Fußballfan wat willste mehr, woll?

Eine kleine Anmerkung sei mir dennoch erlaubt.
Leute, hört auf mit diesem dämlichen Bierbecherwerfen, nur weil euch irgendwas nicht gefällt. Das ist Enddumm und zudem gefährlich.
In Dortmund wurden diese Idioten recht professionell und mit einer geradezu großen Perfektion von den Sicherheitsleuten herausgefiltert.

Dafür ein Dankeschön.

Motto des Tages: Immer schön genießen.

Euer Markus